Parken am Park: Immer wieder Sonntags und jetzt auch jeden Abend kommt der Parkplatzsuchverkehr am LabeTo
 
Seit Jahren haben die Anwohner des Wohngebietes Landsberger Tor (LabeTo) das Privileg, gleich gegenüber einem der schönsten Parks Berlins, dem Erholungspark Marzahn mit den wunderschönen Gärten der Welt, zu wohnen (Anmerkung: leider haben die Vermieter am LabeTo das noch nicht so richtig als Chance erkannt: andere - weiter weg gelegene - Marzahner Wohnungsunternehmen verschenken ihren Mietern Gutscheine und Ermäßigungsrabatte für den Parkbesuch - eine gelungene Idee, das heimische Grün zu stärken und gleichzeitig Mieter zu binden.). Auf jeden Fall ist ziemlich sicher, daß ein großer Teil der Mieter am LabeTo oft den Erholungspark besucht oder sogar als Jahreskarteninhaber nahezu regelmässig sich dort aufhält.
 
Aber nicht nur Vorteile haben die Einwohner, die Nähe des Parks hat auch ein paar Effekte, die den Mietern gar nicht gefallen. Wegen der knappen Parkplatzzahl am Parkeingang und der ständig steigenden Zahl auswärtiger Besucher leiden an den Wochenenden, besonders an warmen Tagen, die Einwohner darunter, daß hunderte Fahrzeuge von Parkbesuchern im Wohngebiet abgestellt werden und damit die Zahl der ohnehin knappen Parkplätze der Einwohner weiter verringern. Der Parkplatzsuchverkehr in den engen Straßen des Wohngebiets, der natürlich nicht mal vor den Spielstraßen Halt macht, tut ein Übriges, um den Unmut der Besucher hervorzurufen.
 
So gab es zahlreiche Eingaben, auch von uns, an Bürgermeister, BVV und das Stadtplanungsamt und man konnte zumindest in der Vergangenheit erreichen, daß der Park seinen Besuchern einen provisorischen Parkplatz am Wuhlepark an der Eisenacher Straße zur Verfügung stellte, die direkt am Park gelegenen Parkplätze in der Eisenacher Straße sanierte und zusätzliche schuf und einen großen Parkplatz - allerdings weitab des Haupteingangs am Blumberger Damm einrichtete, um das Wohngebiet zu entlasten. Eine Maßnahme, die zwar keine Wunder bewirkte, aber immerhin ein wenig half und für die man der Parkverwaltung dankbar sein durfte.
 
Leider hat aber in diesem Jahr der typisch deutsche Bürokratismus und der offenbare Hang des Parkes, zusätzliche finanzielle Einnahmen zu erzielen, zugeschlagen. Seit Ende Februar ist man an den parkeigenen Parkplätzen am Blumberger Damm und der Eisenacher Straße dabei, eine Zugangskontrolle einzuführen und die Parkplätze nun gebührenpflichtig zu machen.
 
Das ist - angesichts von Krise und Kosten für die Parkplatzneubauten - sicher ein valides Recht der Parkbetreiber, aber natürlich ein Nachteil für die Einwohner am gegenüberliegenden LabeTo: Um die Parkgebühren zu sparen, werden wohl viele Parkbesucher demnächst (sobald die Kassiergeräte installiert sind - bisher gibts die noch nicht, lediglich ein Schild am Parkplatzeingang weist schon mal auf die kommende Gebührenpflicht hin und die Schranken stehen auch schon) wohl doch wieder im Wohngebiet gegenüber des Parks parken. Prima, damit ist der Zustand von 2005 - also vor den Verbesserungen - wieder erreicht.
 
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Durch die Schranken in der Eisenacher Straße sind die Parkplätze in Zukunft nur noch von 8.30 bis 18.00 Uhr zu nutzen, Parkbesucher, die länger bleiben wollen (im Sommer ist der Park natürlich länger geöffnet) sind somit sogar gezwungen, in das Wohngebiet auszuweichen. Und Einwohner, die ihr Fahrzeug früher auf dem - damals noch öffentlich zugänglichen - Parkplatz an der Eisenacher Straße abstellten, können dies nun auch nicht mehr tun, die Knappheit der Parkplätze wächst.
 
Als man das Wohngebiet projektierte, wurden bei der Berechnung der nötigen Parkplätze die - damals öffentlichen - Parkplätze in der Eisenacher Straße mitgezählt. Folglich mußte nur eine begrenzte Zahl neue Parkplätze für das Wohngebiet errichtet werden. Jetzt gehören die Parkplätze am Park demselben und stehen der Öffentlichkeit zumindest nachts nicht mehr zur Verfügung und auch am Tage demnächst nur noch gegen Gebühr - also fehlt jetzt im Wohngebiet am Landsberger Tor eine erhebliche Zahl von Plätzen.
 
Bereits jetzt wird durch die künstliche Verknappung deutlich, was dem Wohngebiet dann erst an warmen Tagen droht. Autos parken in Ermangelung ausreichender Parkplätze kreuz und quer im Wohngebiet, in zweiter Reihe, Fahrzeugkolonnen von Anwohnern und Parkbesuchern quälen sich auf der Suche nach Parkraum durch die engen Straßen, die wenigen Grünflächen werden nachts durch Autos zugestellt.
 
Aber der Park verdient Parkgebühren und nachts stehen die ehemals öffentlichen, jetzt parkeigenen Parkplätze am Park nun ungenutzt leer. Nur einen freuts: das Ordnungsamt. Das hat seine Kontrolltätigkeit am Landsberger Tor in der letzten Zeit verstärkt und verteilt jetzt an unvorschriftsmäßig parkende Autos von Einwohnern und Parkbesuchern Knöllchen.
 
Nun wird das Problem "Parken am Park und im LabeTo" mit zunehmend schönerem Wetter also wieder einmal aktuell. Bezirksamt, Parkbetreiber und auch Vermieter im LabeTo sind gefordert, tragfähige Lösungen zu finden. Eine wäre auf jeden Fall, die Parkplätze in der Eisenacher Straße auch des nachts wie bisher gebührenfrei zu öffnen (hier entgeht dem Park ja dann kein Geld), aber auch ein prinzipieller Verzicht auf die Gebührenerhebung wäre natürlich noch hilfreicher (um nicht zahlungsunwillige Parkbesucher dann doch wieder ins Wohngebiet zu verdrängen).
 
Die Vermieter könnten natürlich auch darüber nachdenken, leerstehende Bereiche am Landsberger Tor zu Parkplätzen umzuwidmen (einige für spätere Wohnbebauung vorgehaltene Flächen im Osten des Gebietes könnten zumindest vorläufig Parkfläche werden (was aber nur Sinn macht, wenn dann nicht nur Parkbesucher dort parken, die die Gebühren für die Parkplätze am Park sparen wollen). Vielleicht sind ja auch Anwohnervignetten oder sonstige Lösungen sinnvoll. Der Erholungspark hat inzwischen überregionale Bedeutung erlangt, da sollte auch die Organisation des Parkens in der Umgebung der Bedeutung angepasst werden. Wir werden uns - wieder einmal - in Sachen Parkplatz am Labeto an das Bezirksamt wenden und Sie natürlich auf dem Laufenden halten.
 
Ihr Herbert Lassner, Berlin, 2009.
 
Wenn Sie auch eine Meinung zu diesem Thema haben, schreiben Sie an: herbert.lassner@labeto.de, wir veröffentlichen Sie hier gerne.

 
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